Was uns heilig ist: Ein Leben aus Gebet und Meditation – Doku – ARTE

Photo: Arte: „Was und heilig ist“: Im Nordosten Japans praktiziert Meister Fumihiro Hoshino die Shugendo Religion. © Camera Lucida Productions/Les Protagonistes Productions

Was uns heilig ist

Wege zum Seelenfrieden

An welchen Orten begegnet uns das Heilige? Und welche Wege führen uns zur inneren Weisheit? Ob in der Natur der Schweizer Berge, in jahrhundertealten Ritualen zen-buddhistischer Mönche, in abgeschiedener Isolation eines kanadischen Trappers oder im ekstatischen Sufi-Tanz der Türkei – es gibt viele Wege sich selbst und dem Seelenfrieden näher zu kommen. Eine spirituelle Weltreise mit dem französischen Philosophen und Soziologen Frédéric Lenoir. https://www.arte.tv/de/videos/RC-020766/was-uns-heilig-ist/

 

Der schweizerische Forstingenieur Ernst Zürcher erforscht die erstaunliche Fähigkeit von Bäumen, aus Unsichtbarem Lebenskraft zu schöpfen. Inmitten des Amazonaswaldes enthüllt der peruanische Heiler Juan Flores Salazar die heilige Kraft der Pflanzen. Im Burgund erklärt der Astrophysiker Hubert Reeves seine Liebe zur Natur …In der im Département Ardèche gelegenen Chauvet-Höhle ergründet Jean Clottes, Spezialist für altsteinzeitliche Kunst, das Geheimnis jahrtausenderalter Malereien. In Australien nimmt der Aborigine-Schamane Lance Sullivan Kontakt zu den Geistern seiner Urahnen auf. Der schweizerische Forstingenieur Ernst Zürcher erforscht die erstaunliche Fähigkeit von Bäumen, aus Unsichtbarem Lebenskraft zu schöpfen. Inmitten des Amazonaswaldes enthüllt der peruanische Heiler Juan Flores Salazar die heilige Kraft der Pflanzen. Lina Barrios, eine spirituelle Führerin aus Guatemala, taucht in die Maya-Kosmogonie ein und erläutert, weshalb Feuer und Vulkane für die Menschheit eine heilige Bedeutung haben. Im Burgund erklärt der Astrophysiker Hubert Reeves seine Liebe zur Natur…

Was uns heilig ist (1/5)Die Erfahrung der Natur

https://www.youtube.com/watch?v=i7PY7nFYx5U
Die Heiligkeit der Natur

Was uns heilig ist (2/5)Vom Wesen der Weisheit

In Japan streben Kyudo-Bogenschützen und Zen-Mönche danach, ewige Weisheit zu erlangen. Tee-Zeremonien und andere Rituale sollen dabei helfen, Körper und Geist in Einklang zu bringen. In Boston begründete Medizinprofessor Jon Kabat-Zinn die Achtsamkeitsmeditation. Diese Besinnungspraktik hat erwiesenermaßen einen positiven Einfluss auf die Gehirnfunktion.In Japan streben Kyudo-Bogenschützen und Zen-Mönche danach, ewige Weisheit zu erlangen. Tee-Zeremonien und andere Rituale sollen dabei helfen, Körper und Geist in Einklang zu bringen. In Boston begründete Jon Kabat-Zinn, Medizinprofessor und Doktor der Molekularbiologie, die Achtsamkeitsmeditation. Diese Besinnungspraktik hat erwiesenermaßen einen positiven Einfluss auf die Gehirnfunktion. Sie kann dem Menschen Wege zu einem besseren Leben und zur Selbstheilung aufzeigen. Mit indischem Yoga und chinesischem Qigong hat die Kanadierin Nicole Bordeleau wirksame Energiefluss- und Atemtechniken gefunden. In Nepal lebt Matthieu Ricard, ein buddhistischer Mönch mit einem außergewöhnlichen Lebensweg. Für ihn ist Mitgefühl der Schlüssel aller Weisheit…

2

https://www.youtube.com/watch?v=YyaUzsp_aTE
Was uns heilig ist: Ein Leben aus Gebet und Meditation | Doku | ARTE

Was uns heilig ist (3/5)Der Weg ist das Ziel

In der nordöstlich von Tokio gelegenen Region Tohoku besteigen Pilger drei heilige Berge. Der Weg mit dem Namen Sankan Sando versinnbildlicht Geburt, Tod und Wiedergeburt. Für Meister Hoshino ist diese Wallfahrt ein Initiationsritus, bei dem er die uralte japanische Religion des Shugendō an die Nachwelt weitergeben kann.Für eine Segnung besucht Rabia Hassan das Mausoleum in der äthiopischen Stadt Sheikh Hussein. In Indien möchte Frooty Bherulalji Mutha Seelenfrieden erlangen. Um sich von seinen Sünden zu befreien und sein Karma zu reinigen, begibt er sich auf eine spirituelle Wanderung. In der nordöstlich von Tokio gelegenen Region Tohoku besteigen Pilger drei heilige Berge. Der Weg mit dem Namen Sankan Sando versinnbildlicht Geburt, Tod und Wiedergeburt. Für Meister Hoshino ist diese Wallfahrt ein Initiationsritus, bei dem er die uralte japanische Religion des Shugendō an die Nachwelt weitergeben kann. Zum Abschluss der Folge nimmt Frédéric Lenoir die Zuschauer mit auf den Jakobsweg. 

https://www.youtube.com/watch?v=51TEP-TKiq8
Was uns heilig ist: Der Weg ist das Ziel | Doku | ARTE

Was uns heilig ist (4/5)Die Erfahrung des Alleinseins

Wenn sich der Apnoetaucher Guillaume Néry in Nizza unter Wasser begibt, testet er stets die Grenzen der menschlichen Belastbarkeit aus. Bei seinen Alleingängen in die Tiefen des Meeres spürt er eine starke Verbundenheit zu den Naturelementen und erlebt Momente des vollkommenen Glücks.In der im Norden von Nepal gelegenen Region Mustang ziehen sich Palden und Thupten drei Jahre lang in völlige Isolation zurück. Die beiden buddhistischen Mönche hoffen, auf diese Weise alle Verbindungen zum Weltlichen zu kappen. Im Nordosten von Äthiopien leitet Abba Tesfay eine Kirche, die hoch oben in den Felsen eines Berges gebaut wurde. Der 84-Jährige führt seit vielen Jahrzehnten ein Leben in Abgeschiedenheit. Nördlich von Québec lebt der Trapper Sylvain Paquin ohne Strom allein im Einklang mit der Natur. Wenn sich der Apnoetaucher Guillaume Néry in Nizza unter Wasser begibt, testet er stets die Grenzen der menschlichen Belastbarkeit aus. Bei seinen Alleingängen in die Tiefen des Meeres spürt er eine starke Verbundenheit zu den Naturelementen und erlebt Momente des vollkommenen Glücks. 

https://www.arte.tv/de/videos/088393-004-F/was-uns-heilig-ist-4-5/

Was uns heilig ist (5/5)So schön so gut

Omer Kilic praktiziert den heiligen Derwisch-Tanz Sema. Die regelmäßigen Drehungen um die eigene Achse versetzen den Türken in einen Trancezustand, bei dem er sich mit Gott vereint fühlt. Frauen hingegen üben diesen Tanz nur selten aus; die Franko-Iranerin Rana Gorgani ist eine der wenigen, die sich der puren Freude des Sema bis zur Ekstase hingibt.Omer Kilic praktiziert den heiligen Derwisch-Tanz Sema. Die regelmäßigen Drehungen um die eigene Achse versetzen den Türken in einen Trancezustand, bei dem er sich mit Gott vereint fühlt. Frauen hingegen üben diesen Tanz nur selten aus; die Franko-Iranerin Rana Gorgani ist eine der wenigen, die sich der puren Freude des Sema bis zur Ekstase hingibt. Mitten in der australischen Wüste ist der Maler Otto Jungarrayi Sims in seinem Element. Der 60-jährige Warlpiri erhält mit seiner Kunst die Erinnerung an die Kultur seiner Urahnen aufrecht. In Vence, einer Gemeinde im Südosten Frankreichs, teilt der Kalligraf Franck Lalou mit den Zuschauern seine Liebe zu hebräischen Buchstaben. Auf der Insel Porquerolles lässt sich die französische Regisseurin, Tänzerin und Rekord-Apnoetaucherin Julie Gautier vom Mittelmeer inspirieren. Ihre anmutigen Unterwasser-Performances sind für sie höchster Ausdruck von Schönheit. 

https://www.arte.tv/de/videos/088393-005-F/was-uns-heilig-ist-5-5/

 

Wie können wir zurückfinden zur Religiosität, fragt „Was uns heilig ist“ auf Arte. Verbindliche Antworten liefert die Dokumentation nicht – doch eine Gewissheit kristallisiert sich heraus.

Ist uns noch irgend etwas heilig? Schwer zu sagen. Natur ist nur mehr die wichtigste Rohstoffquelle, unser psychisches Innenleben ein Arbeitsfeld für Therapeuten und Therapeutinnen, Gott und Götter sind Gegenstände weltanschaulicher und philosophischer Debatten. Aber der Tag zwischen den zwei bedeutungsvollen christlichen Feiertagen Karfreitag und Ostern ist ein guter Zeitpunkt, der Frage nach dem Heiligen eine Dokumentation zu widmen.

Frédéric Lenoir, Bruno Victor-Pujebet und Timothée Janssen haben einen Film hergestellt, der am ehesten wie eine ethnologische Bestandsaufnahme daherkommt. Er teilt das weite Feld des Religiösen und der religiösen Handlungen in verschiedene Kapitel auf und handelt sie nacheinander ab: Schamanismus, Zeremonien und Rituale, Askese, Pilgerreisen, Mystik, Rückzug und Einsamkeit, Suche nach Weisheit und Zufriedenheit, Wege zurück zur Natur. Manchmal flattern Zusammenhänge lose im Wind wie Gebetsfahnen.

„Was uns heilig ist“ auf Arte: Apnoetauchen als Ritual

Wir tendieren dazu, Religion als etwas einzuordnen, was nicht wahrheitsfähig und nachprüfbar ist, also unserem modernen wissenschaftlich geformten Denken nicht standhalten kann. Dass Religion dennoch orientierende, oft normierende Macht über Milliarden von Menschen hat, ist gleichwohl nicht nur offensichtlich und darüber hinaus energiereiche Quelle geopolitischer Konfliktlagen. 

Aber Geopolitik und Wahrheitsfähigkeit sind nicht die Themen der Dokumentation. Sie zeigt Religion eher als Auseinandersetzung mit Mysterien und mit dem Nicht-Verstehen. Gemeinsam ist allen religiösen Lehren und Praktiken sicherlich die Auseinandersetzung mit dem Geistigen beziehungsweise mit einer jenseitigen Wirklichkeit; und vielleicht sind die Suche nach Schönheit und die emotionale Qualität des Erhabenen ein religiöser Impuls. Vielleicht aber auch die Suche nach Grenzen der Existenz – etwa im Rückzug aus der sozialen Welt oder – die wahrscheinlich skurrilste und einsamste Art der Religionsausübung – beim Apnoetauchen

„Was uns heilig ist“ auf Arte: Gibt es einen Weg zurück zu den Wurzeln?

Und nicht nur um innere Einkehr, Schönheit und Weisheit geht es, sondern auch um ein Gefühl des Bedauerns darüber, dass die Menschen der industriellen und post-industriellen Moderne den Kontakt zu ihren natürlich Wurzeln verloren haben. Natürliche Wurzeln beziehungsweise die Wurzeln auch des menschlichen Lebens in der Natur, so die nie explizit geäußerte Ausgangsthese des Films, sind Quelle jeglicher Religiosität. 

Zur Sendung

Was uns heilig ist, Arte, 3.April, 20:15 Uhr

Wie aber soll man dorthin zurück finden? Und gibt es überhaupt einen Weg zurück? Was für eine Rolle kann das Opfer dabei spielen? Kann Meditation weiterhelfen, an wen wenden sich Dank- und Bitt-Rituale? Können unsere Ahnen, können Tote uns beraten? Für manche ist der Wald, für andere das Meer, ein Gebirge oder die Wüste, für einige der Sternenhimmel Ort religiöser Projekte und Projektionen. Und so streift die Dokumentation ein wenig ziellos umher. 

„Was uns heilig ist“ auf Arte: „Es kann nicht mehr lange so weitergehen“

Verbindliche Antworten findet sie nicht, dafür aber eine große Zahl von Menschen, die mit religiösen Gefühlen, Ritualen, Gewissheiten leben. Und nur eine Gewissheit kristallisiert sich langsam heraus: die, dass es mit uns so nicht mehr lange weitergehen kann. (Hans-Jürgen Linke)

https://www.fr.de/kultur/tv-kino/arte-was-uns-heilig-ist-dokumentation-pilgern-spiritualitaet-religion-mystik-90314833.html

Leave a Reply

Your email address will not be published.

Enter Captcha Here : *

Reload Image